Der „Masterplan Grundschulen“

Laut duden.de handelt es sich bei einem „Masterplan“ um einen „übergeordneten, weitreichenden Plan“ und den soll es nun für die Grundschulen in NRW geben. Bereits in Zeitungsinterviews angekündigt, finden sich dazu im Januar-Amtsblatt („SchuleNRW“) Ausführungen der Schulministerin. Der Titel „Masterplan“ weckt Erwartungen…Zunächst werden Schwachpunkte benannt: In NRW-Grundschulen sind „eintausend Lehrerstellen nicht besetzt“ und die „Schülerleistungen in Deutsch und Mathematik … sind schlechter geworden“. Folglich kündigt die Ministerin an, „die Grundschulen bei ihrer Arbeit besser zu unterstützten“.

Es werden „600 zusätzliche Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte“ geschaffen, die sich aber bei rund 3.000 Grundschulen im Land ziemlich verteilen werden. Außerdem „steigt die Zahl der OGS-Plätze auf insgesamt 315.000“. Bei insgesamt rd. 630.000 Grundschul-Kindern muss demnach weiterhin jedes zweite mittags nach hause gehen.
Die „stellvertretenden Schulleitungen erhalten eine höhere Besoldung“. Dadurch haben sie aber noch keine Zeit für die Leitung ihrer Schule, außerdem sind weit über 300 dieser Stellen unbesetzt. Zusätzlich sind auch über 600 Schul-Leitungsstellen in Grundschulen vakant.
Als „Maßnahmen gegen Lehrermangel“ wird der „Seiteneinstieg Englisch“ erleichtert. Der Schuh drückt jedoch bei Deutsch und Mathematik. Ferner soll es möglich sein, an jeder Grundschule „Sek. II-Lehrkräfte vorübergehend“ einzustellen. Gleichzeitig wird zugestanden, dass es mit dieser Maßnahme lediglich „erste kleine Fortschritte“ gäbe, genauer gesagt: sehr kleine, rd. 60 Verträge gegenüber 2.400 Angeboten.
Zur „Stärkung der Fachlichkeit“ wird eine „Handreichung für die Rechtschreibung“ angekündigt und das Landesinstitut soll den „Deutsch-Lehrplan überarbeiten“ – bis 2020, von Mathematik war keine Rede.

Mit „Anerkennung und Wertschätzung“ wird den Grundschulen nur wenig weiter geholfen. Entlastung und Vertretungsreserve könnten mehr bringen. Die Segregation der Schülerschaft durch Abschaffung der Bekenntnisschulen zu beenden, wäre eine hilfreiche Maßnahme. Ebenso die Planungssicherheit für die kommunalen Träger zu erhöhen, durch die Wiedereinführung der Schulbezirke.

Zu all dem werden sich die Vertreter der Lehrkräfte und Eltern äußern, der Erfolg bleibt zu hoffen. Für konfessionsfreie Eltern und die Lehrkräfte, die deren Kinder weiterhin während des christlichen Religionsunterrichts beaufsichtigen müssen, liefert dieser „Masterplan“ eine zusätzliche Enttäuschung:

Der vormals angekündigte „Ethikunterricht an Grundschulen“ wird überhaupt nicht erwähnt.

Quelle: SchuleNRW, Ausgabe 1/2018, S. 10ff.
siehe auch:
rp-online [13.01.2018]
Westfalenpost [16.10.2017]
Schulmail
 vom 21.12.2018

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