Schule entwickeln – wieso nicht weltanschaulich neutral

„QUALiS“ ist die Abkürzung für „Qualitäts- und Unterstützungsagentur – Landesinstitut für Schule“. Dieses Landesinstitut berät das Schul-Ministerium in NRW und eine Hauptaufgabe ist die „Unterstützung der Schulen bei der Wahrnehmung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages“ u.a. durch „Erschließung und Transformation von wissenschaftlichen Erträgen sowie von Ergebnissen von Bildungsforschungsprojekten“.Der allgemeine Auftrag klingt gut und dieses Institut hat eine Veranstaltung ausgeschrieben „Schule entwickeln – das Miteinander gestalten„, bei der acht Workshops angeboten werden. Da denken manche, „Miteinander gestalten“ könnte heißen, Schülerinnen und Schüler z.B. unterschiedlicher Weltanschauungen zusammen zu führen. Diese erhalten ja bisher einen nach Konfessionen getrennten Religionsunterricht bzw. werden dem „Heiden hüten“ überantwortet. Was bietet die Tagung zu der Fragestellung?

Workshop: 3. Umgang mit Vielfalt und Werteerziehung
geht im Ausschreibungstext von einer „Gesellschaft, die von enormen Individualisierungsprozessen, unterschiedlichen Lebensformen und kulturellen, religiösen Anschauungen gekennzeichnet ist“ aus. Da wird anscheinend eine ausdrücklich nicht-religiöse Weltanschauung noch nicht ausgenommen. Immerhin „können sich Teilnehmende mit der Bedeutung der Werteorientierung auseinandersetzen“ und werden „für eine Welt der Vielfalt sensibilisiert“.

Das klingt fast wie die Hinwendung zu einem allgemeinen religionskundlichen Werte-Unterricht, der „Verständigung und … wertschätzenden Umgang aufgezeigt.“ Aber es geht im weiteren Verlauf der Tagung auch anders im

Workshop: 8. Religiöse Vielfalt in der Schule
Dort heißt es zunächst: „Zur Vielfalt in der Schule gehört auch die religiöse Pluralität.“ Aber dann wird es deutlicher: „Dieser Workshop bietet Gelegenheit, Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen zu begegnen …“ Na, da sind die Heiden und Ungläubigen und Atheisten wieder draußen. Die Teilnehmenden werden wenig überrascht sein, dort die gängigen Vertreter der „Welt“-Religionen anzutreffen.

Eine Möglichkeit wäre, auch Vertreter/innen der Konfessionsfreien eine Plattform zu bieten oder das fehlenden Unterrichtsangebot in der Grundschule zu thematisieren. So hätten die Themen „Philosophieren mit Kindern“ oder „Ethik für alle“ einen angemessenen Platz gehabt. – Vielleicht ein anderes Mal …

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